Das Lernen lernen

Das Lernen lernen

"Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Albert Einstein

(Wenn alle so überall, nicht nur an der Schule, lernen könnten, das wäre schön!)

Neue Anforderungen am Gymnasium

Die neuen Anforderungen und die vielseitigen neuen Möglichkeiten am Gymnasium wecken die Neugierde der Fünftklässler, gleichzeitig aber führen die veränderten Bedingungen dazu, dass zusätzliche Informationen und Tipps hilfreich sein können.

Beispiele aus den Schülerbefragungen zum ersten Halbjahr:

Hat sich dein Freizeitverhalten im ersten Halbjahr verändert?

Ja, im Gymnasium bekommen wir viel mehr Hausaufgaben. Früher war ich im Chor, das geht jetzt nicht mehr – wegen der Mittagschule. Oft muss ich nach meinen Aktivitäten am Tag noch Hausaufgaben machen. (Laura)

Ich habe wegen der Hausaufgaben nicht mehr soviel Zeit für meine Hobbys. Nach den Hausaufgaben sehe ich fern, weil es mich entspannt. (Lukas)

Zuletzt aktualisiert am 5. September 2016 von Jens Damaske.

Haben dich zu Beginn des Unterrichts einige Aufgaben überfordert?

Manchmal waren die Aufgaben schwieriger und Mathe und Englisch wurden schwerer.

Die Arbeiten sind natürlich auch schwerer geworden. Die Hausis wurden kniffliger und vom Umfang her länger.

Am Anfang nicht, aber mit der Zeit wird es einfach immer ein bisschen mehr und daran muss ich mich gewöhnen.

Zuletzt aktualisiert am 5. September 2016 von Jens Damaske.

Zum Beginn der Lerneinheit für die Fünftklässler steht deshalb die Gestaltung des Arbeitsplatzes und vor allem die sinnvolle Terminplanung anhand eines
Wochenplans im Vordergrund. Danach geht es dann um die Bearbeitung der Hausaufgaben und die Vorbereitung auf die Klassenarbeiten. Hierzu werden einige Ansätze und mögliche Fehleranalysen aufgezeigt, die von den Schülern dann verwendet werden können.
Wichtig ist hier:

  • Aus Fehlern lernen!
  • Wissen, dass jeder Mensch Fehler macht.
  • Der Umgang mit Fehlern gehört dazu, wenn man sich neue und verbesserte Kenntnisse aneignen will!

Diese Aussagen sind selbstverständlich, dennoch werden sie von vielen im Schulbereich kaum umgesetzt. Nach einer schwächeren Arbeit werden die
Klassenarbeitshefte von den Schülern möglichst schnell zur Seite gelegt, die Fehler sollen im Verborgenen bleiben und eine genauere Auseinandersetzung mit ihnen erscheint lästig. Die Fehler möchten viele Schüler am besten gar nicht mehr ansehen, deshalb sind hier gezielte Fehleranalysen in den einzelnen Fächern wichtig.

Ziele: „Wo liegen meine Fehler? Was muss ich gezielt und regelmäßig üben?“

In den folgenden Unterrichtsstunden zum Thema Lernen lernen, das natürlich für alle Klassen und für alle Altersgruppen wichtig ist, werden dann aus dem großen Fundus einige Aspekte zur Lernthematik angesprochen. Der Ausgangspunkt ist hierbei der Erfahrungshintergrund der einzelnen Schüler und der Austausch und die Erprobung von verschiedenen Lernwegen, die sich teilweise an den neuen Erkenntnissen in der Lerntheorie (Gehirnforschung) orientieren.

Beispiele für Lern und -Arbeitskompetenzen:

  • Effektives Lernen (Mit vielen Sinnen lernen)
  • Mehrkanaliges Lernen
  • Mindmapping und Lernskizzen
  • Arbeit mit Texten
  • Auswendig lernen
  • Eselsbrücken
  • Konzentrationsübungen
  • Entspannungsübungen
  • Umgang mit Lernblockaden
  • Zeit- und Arbeitsplan (Wochenplan)
  • Vorbereitung auf Klassenarbeiten /Wiederholungslernen (Etappe vor, während und nach der Klassenarbeit!!)

Zusammenfassung

Lernen soll Spass machen!!! Dieser Spruch passt an der Schule oft nur zu den Fächern, die der Schüler bevorzugt, denen er sich zuwenden will und die für ihn nicht zu Misserfolgserlebnissen führen.
Im Gegensatz zu den Leistungssportlern, für die das ständige Üben und Feilen an ihren Fähigkeiten, um zum Erfolg zu kommen, ständig zunimmt und die aus ihren Fehlern lernen wollen, geht die Motivation zum Üben an der Schule mit der Zeit etwas zurück.

Individuelle Förderung

In den zusätzlichen Stunden zum Lernen lernen geht es darum, die Schüler zum freudvollen Umgang mit dem Lernen auf verschiedenen Ebenen und zum aktiven Umgang mit den für jeden etwas anderen Problemen, Möglichkeiten und Schwierigkeiten anzuregen.
Aus den vorgegebenen Lerntipps und den bisherigen Lernerfahrungen wählen sich die Schüler die für sie oft spezifisch sehr unterschiedlichen Lernanforderungen aus. Ziel ist es dann, dass effektives Lernen in heterogenen Lerngruppen und eine Lernförderung durch individualisierende Lernformen stattfinden kann. Zur verbesserten Durchführung des differenzierten Lernens sollen im nächsten Schuljahr die zusätzlichen Poolstunden erweitert werden.
Für das Fach Deutsch kann dann im nächsten Jahr eine Zusatzstunde für die differenzierte Förderung, auch der leistungsstarken Schüler, in den Lese–Rechtschreibleistungen erfolgen. Vorschläge zur Förderung am pädagogischen Tag:

  • Binnendifferenzierung im Unterricht ohne in zeitliche Konflikte zu geraten
  • Schüler helfen Schüler für Mathematik (ausgebildete Experten)
  • Begabtenförderung in der Mittel- und Oberstufe
  • Förderunterricht in Kl.5 und Kl.6

Für die Problematik einzelner Schüler im LRS Bereich wird bisher schon freitags zwischen 14.00 Uhr und 14.45 Uhr eine Übungsstunde angeboten.

text: Andreas Bossler (Beratungslehrer)

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