Junge Donaubrücken - Wien 2017

Bei diesem Projekt geht es darum, jungen Menschen nahe zu legen, wie wichtig und sinnvoll der Zusammenhalt und die Kooperation der Länder im Bereich der Donau ist. In diesem Jahr waren wir 36 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine, Ungarn, Moldawien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und Deutschland.

Der Montag begann mit vier Unterrichtsstunden, danach fuhren wir direkt zusammen zum Flughafen. Obwohl unser Flug leider etwas Verspätung hatte, schafften wir es dennoch pünktlich zum Rathaus. Als wir dort ankamen, gab es kleine Häppchen und wir hatten die Möglichkeit erste Gespräche zu beginnen. Am Abend fand noch ein ,,krimineller Workshop" statt, bei dem wir in verschiedenen Gruppen historische Mordfälle im Bereich der Donau rekonstruieren sollten. Hierbei hatten wir die Möglichkeit, die ersten Leute aus den verschiedenen Ländern näher kennen zu lernen.

Am Dienstag standen wir alle rechtzeitig auf, denn es ging früh zum Rathaus. Dort angekommen, machten wir mit den anderen Teilnehmern ein Spiel zum wach werden. Darauf folgte eine Führung durch das Rathaus, welche sehr beeindruckend war. Uns wurden die verschiedensten Zimmern gezeigt. Es war sehr interessant. Auf Grund des schlechten Wetters, konnte die im Anschluss geplante Stadtführung nicht stattfinden. Jedoch machten wir eine Fahrt mit der Tram, die einen Einblick in die Schönheit der Stadt Wien ermöglichte. Danach ging es auch schon wieder ins Rathaus, wo der nächste Workshop begann. Es wurden Gruppen eingeteilt. Die Gruppen erarbeiteten sich ein fiktives, eigenes Land an der Donau, mit eigenem Ländernamen und herausragenden Sehenswürdigkeiten. Am Ende des Workshops präsentierte jede Gruppe ihr jeweiliges Land und sang bzw. sprach die selbst erfundene Nationalhymne ihres Landes. Der Tag wurde abgerundet durch ein gemeinsames Essen im Rathauskeller, welcher für alle Beteiligten ein sehr schöner Abend war.

Der Mittwoch versprach ein besonderer Tag für uns alle zu werden, da dort mit dem Besuch der OSZE ein weiterer Höhepunkt des Wienaufenthaltes geplant  war.

Wie gewöhnlich trafen sich die Teilnehmer des Projektes zunächst am Rathaus. Von diesem aus fuhren wir mit der Stadtbahn bis zu einem prunkvollen Gebäude, in welchem sich seit 1997 ein wichtiger Standpunkt der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa befindet. Schon das Äußere dieses Gebäudes ließ so manch einen von uns staunen. Sogar hier in Wien, welches ja durch seine alte Architektur bekannt ist, stach dieses durch seine riesigen Säulen, Statuen und Dekorationen deutlich hervor. Die davor insgesamt 57 wehenden Fahnen der Mitgliedsländer ließen auch schon von außen auf eine internationale Organisation schließen.

Nachdem wir unsere Sicherheitsausweise erhalten hatten und durch den Sicherheitscheck gelangen waren, fuhren wir mit dem Aufzug in den 5. Stock, in welchem wir einen für uns vorhergesehenen Konferenzsaal vorfanden. Als alle „jungen Donaubrücken“ (so nannte man uns Schüler/innen und Studenten/innen während des Projektes) Platz genommen hatten, wurden wir mittels einer Präsentation über die Bedeutung, die Wichtigkeit und die Ziele der OSZE in Kenntnis gebracht. Diese wurde von einer Mitarbeiterin der Organisation übernommen.

Wir erfuhren sehr viele spannende Dinge, wie beispielsweise dass die OSZE alle Probleme und Angelegenheiten ausschließlich über Dialoge löst und somit eine militärische Herangehensweise vermieden wird. Auch die Ziele der Organisation waren sehr interessant, welche grundsätzlich aus der Sicherung des Friedens und dem Wiederaufbau von Ländern nach Konflikten bestanden.

Alles in einem bezieht sich die OSZE auf drei grundlegende Dimensionen:  Die Politisch-Militärische Dimension, die Wirtschafts- und Umweltdimension und die Menschenrechtsdimension.

Nach dem Vortrag war der Besuch bei der OSZE auch leider schon vorbei. Wir bedankten uns gemeinsam und verabschiedeten uns.

Nun stand ein Planspiel unter der Leitfrage  „Wenn nicht im Donauraum Europäische Identität entsteht, wo dann?“ auf dem Programm. Dazu fuhren wir nach einem kurzen Mittagessen wieder zurück ins Rathaus, in welchem während des Projektes sämtliche Workshops stattfanden.

Da wir am Vortag schon in vier imaginäre Länder eingeteilt wurden und uns unter anderem eine Geschichte, eine Fahne und eine Hymne ausdenken sollten, wurden am Mittwoch schließlich die Probleme und das Budget des Landes festgelegt. Es gab in jeden Land die folgenden vier Bereiche mit den vier jeweiligen Problemen: das Innenministerium/ die Korruption, das Arbeitsministerium/ die Arbeitslosigkeit, das Umweltministerium/ die Umweltverschmutzung und das Familienministerium/ die Überalterung. In jedem Land wurde ausgelost, welcher Bereich am besten, bzw. schlechtestem dastand und wo es die größten Probleme geben sollte.

Anschließend wurden die Mitglieder der einzelnen Länder in die vier Ministerien eingeteilt und stellten somit die jeweiligen Minister/innen. Darüber hinaus wurde für jedes Land ein Präsident gewählt, welcher das Land zu vertreten hatte.

Nachdem dies vollbracht war, hatten wir Freizeit. Da es erst 16 Uhr war, konnten wir noch eine Menge unternehmen. Zusammen mit vier Schülern aus Ulm entschieden wir uns dafür, uns zunächst aufzuteilen, wobei eine Gruppe ein Mozartkonzert in der Wiener Oper besuchte und die verbliebenen unserer Gruppe durch die Stadt liefen, wonach wir alle gemeinsam ins Kino gingen.

Es war ein wirklich sehr schöner und interessanter Tag, bei dem wir alle viel Interessantes über die OSZE und die Stadt Wien erfuhren, jedoch eben so viel Spaß dabei hatten.

Am Donnerstag trafen wir uns alle pünktlich um 10 Uhr am Stephansplatz zu einer Stadtführung. Zuerst besichtigten wir den beeindruckenden Stephansdom. Gleich darauf ging es weiter zur Kapuzinergruft, in welcher die Leichen der berühmten Habsburger Familie noch heute ruhen. Da alles vor ein paar Jahren restauriert wurde, sind die Särge (und anscheinend auch die Leichen darin) noch in einem hervorragenden Zustand. Zum Mittagessen fuhren wir ins Rathaus zurück. Dort fiel uns auf, dass Umschläge, die mit unseren jeweiligen Namen beschriftet waren, an die Wand geklebt worden waren. Später erfuhren wir, dass jeder etwas Nettes oder einen guten Wunsch auf einen Zettel schreiben sollte und der jeweiligen Person in den Umschlag stecken sollte. Nachmittags vollendeten wir unser Planspiel, indem wir zunächst Protest gegen die gestrige Geldverteilung erheben durften. Danach wurden unsere Länder "überschwemmt" und dem entsprechend gab es Kosten wegen Umweltverschmutzung. Außerdem musste ein Staudamm für 80 Millionen gebaut werden. Also mussten wir uns einigen, welches Land wieviel zu dem Staudamm zahlen musste. Nach einer langen und heftigen Diskussion konnten wir uns schließlich einigen. Abends waren wir alle noch einmal zusammen essen.

Am Freitagmorgen standen alle mit einem lächelnden und einem weinenden Auge auf. Wir alle freuten uns einerseits auf unsere Familie und unsere Freunde, wussten allerdings auch, dass heute der Abschied kommen würde. Wir kannten uns zwar erst seit einigen Tagen, hatten jedoch unglaublich viel gemeinsam erlebt und so viel uns allen der Abschied sehr schwer. Während die anderen Länder bereits früh abgereist waren, hatten wir noch einmal die Möglichkeit, uns Wien ein letztes Mal anzusehen und weiter kennen zu lernen. Mit etwas Flugverspätung traten wir dann unseren Heimflug nach Stuttgart an.

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