Vortrag des DDR-Zeitzeugen Hartmut Henke

Schon früh eckte er im Regime an – etwa indem er sich konfirmieren ließ oder die Niederschlagung des Prager Frühlings kritisierte. Als er zur „Nationalen Volksarmee“ einberufen werden sollte, entschloss sich der überzeugte Pazifist zur Flucht, die ihn über Bulgarien nach Jugoslawien führte. Der Fluchtversuch scheiterte an der slowenisch-italienischen Grenze, Henke wurde inhaftiert und 1968 zu 22 Monaten Haft verurteilt. Sein weiteres Schicksal erstaunte die Zuhörer: Henke wurde im Jahr 1969 durch die BRD freigekauft – als einer von über 33.000 politischen Häftlingen, für die die BRD mehr als 3,4 Milliarden DM an die DDR zahlte. Fortan war Henke Bürger der BRD und reiste als Entwicklungshelfer um die Welt. Der Vortrag endete mit einer kleinen Fragerunde und einem bewegenden Appell des Gastes für den Kampf um Demokratie, Frieden und Freiheit.

Wir danken Herrn Henke, dass er seine Geschichte mit uns geteilt hat und so ein Kapitel deutscher Geschichte, welches wir nur aus Büchern kennen, lebendig gemacht hat! (gf)

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